Finanzverwaltung leitet steuerstrafrechtliche Ermittlungen ein: Anleger von MW Global Investments CVBA müssen um ihre Beteiligung fürchten

MEYER-KÖRING warnt vor Kapitalanlagen mit hohen Renditeversprechen

Bonn, 17.08.2021 – Zahlreiche Anleger, die in der Vergangenheit Genossenschaftsanteile an der MW Global Investments CVBA, einer Genossenschaft mit beschränkter Haftung in Belgien, erworben haben, müssen nun um ihre Beteiligung fürchten. Grund sind – nach bereits begonnenen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft (StA Bonn 400 Js 396/19) – nun auch von der Finanzverwaltung eingeleitete Ermittlungen.

Anleger, die auf der Suche nach einer gewinnbringenden Anlage waren, wurden bei Vermittlung der Anteile über die MW Vermögens- und Finanzberatung GmbH mit Sitz in Bonn damit gelockt, man habe in den vergangenen 10 Jahren für das investierte Kapital eine Wertsteigerung von 200 % erzielt.

Doch seit Beginn des Jahres traten immer wieder Unstimmigkeiten auf. Anlegern werden nach erklärter Kündigung die angelegten Gelder nicht oder nur sehr zögerlich in Teilbeträgen ausgezahlt oder es erfolgt keine Reaktion auf erklärte Kündigungen und weitere Aufforderungsschreiben. Schreiben an die belgische Adresse der Genossenschaft kommen als unzustellbar zurück. Recherchen ergaben, dass die Genossenschaft im belgischen Unternehmensregister „Banque-Carrefour des Enterprises“ nicht zu finden ist.

„Die Tatsache, dass die Genossenschaft im belgischen Unternehmensregister nicht registriert sein soll, die zögerliche Auszahlung von Teilbeträgen an einzelne Anleger unter dem Druck von Presseberichten, die Beschränkung der Kündigungsmöglichkeiten und die Tatsache, dass Rückzahlungen durch andere Gesellschaften der
MW Finance Group erfolgen, lässt Befürchtungen, dass es sich um ein Schneeballsystem handeln könnte, nicht fernliegend erscheinen“, erklärt Alexander Knauss, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht. „Besorgten Anlegern, die ihr Geld zurückfordern möchten, empfehlen wir, ihre Handlungsmöglichkeiten und eventuelle Schadenersatzansprüche von einem im Bank- und Kapitalmarktrecht erfahrenen Rechtsanwalt prüfen zu lassen“, so Knauss weiter.

Inzwischen haben diverse Anleger durch ein Schreiben der Finanzverwaltung erfahren, dass gegen eine der verantwortlichen Personen des Firmengeflechts MW Vermögens- und Finanzberatung GmbH sowie weitere (ehemalige) Firmen* steuerstrafrechtlich ermittelt wird. Die Finanzverwaltung geht offenbar davon aus, dass die MW Global Investments CVBA nicht (mehr) existiert.

„Betroffenen empfehlen wir dringend, vor Beantwortung des Schreibens der Finanzverwaltung Rücksprache mit einem auf Steuerrecht spezialisierten Rechtsanwalt bzw. Fachanwalt für Steuerrecht zu halten. Mit unbedachter Beantwortung dieses Schreibens verspielen Anleger sonst eventuell die ggf. noch bestehende Möglichkeit einer strafbefreienden Selbstanzeige,“ warnt Andreas Jahn, Rechtsanwalt und Steuerberater im Bonner Büro von MEYER-KÖRING.

*) MW Vermögens- und Finanzberatung GmbH, MW ganzheitliche Finanzberatung GmbH, und/oder der ehemaligen (!) Firmen Fincap Investment CVBA, Fincom Investment CVBA, MW Global Investments CVBA

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MEYER-KÖRING Rechtsanwälte Steuerberater ist eine überregional tätige Anwaltssozietät mit 115-jähriger Kanzlei-Historie. In den Büros in Bonn und Berlin sind rund 35 Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte tätig. Die Wirtschaftswoche (2021) und das Handelsblatt (2020) empfehlen MEYER-KÖRING als Top-Kanzlei für Bank- und Finanzrecht..

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